Viele Autoversicherer schreiben zur Zeit Verluste
Die Entwicklung aus dem Jahr 2008 setzt sich fort: Der Preiskampf unter den Autoversicherern führt zu Verlusten in diesem Geschäftsbereich. Schätzungen gehen sogar von einer Verdoppelung des Verlusts aus dem Vorjahr aus, der sich bereits auf 400 Mio. Euro belief.
Gründe für die rückläufigen Einnahmen
An erster Stelle ist hier das Internet zu nennen, das sowohl Preisvergleiche als auch einen Wechsel des Anbieters für den Kunden erheblich erleichtert. Wegen der Vielzahl der bei einem KFZ Versicherungstarif zu berücksichtigenden individuellen Merkmale konnten Kunden auf klassischem Weg mit vertretbarem Zeitaufwand maximal zwei oder drei Angebote einholen. Die zahlreichen Vergleichsportale im Internet haben das grundlegend geändert. Wer einmal die notwendigen Angaben gemacht hat, erhält sofort eine Übersicht der Angebote vieler Anbieter. Dies führte zu einer Verschärfung des Wettbewerbs, die noch dadurch forciert wurde, dass auch der Wechsel zum günstigsten Anbieter einfach per Mausklick möglich wird. Häufige Anbieterwechsel, um vom oft gewährten Neukundenrabatt zu profitieren, sind mit wenig Aufwand möglich. In der Praxis führt das dazu, dass auch Bestandskunden zumindest auf Nachfrage die Neukundenrabatte eingeräumt werden müssen.
Ein weiterer Grund für das zurückgehen der Einnahmen ist die Abwrackprämie, die zu einem vermehrten Umstieg auf kleinere Neuwagen und damit zum Wechsel in eine günstigere Typklasse geführt hat.
Das Schadensaufkommen steigt
Zeitgleich mit dem Rückgang der Einnahmen steigen die Kosten durch eine negative Schadensentwicklung. Diese konzentriert sich auf die Kaskoversicherung, in der ein erheblicher Anstieg der Hagelschäden zu verzeichnen war. Eine Besserung ist nicht Sicht, da die Klimaprognosen sogar noch einen Anstieg extremer Wetterereignisse vorhersagen.
Zaghafte Gegenmaßnahmen
Die von den Versicherern ergriffenen Maßnahmen zur Trendumkehr sind eher bescheiden.
Preiserhöhungen von etwa zwei bis drei Prozent werden als durchsetzbar angesehen, mehr scheint der momentane Wettbewerb nicht zu erlauben. Einige Anbieter folgen dem Beispiel des Marktführers Allianz, dem jährlichen Wechseltermin zum 30. November auszuweichen, indem sie das Versicherungsjahr nicht mehr dem Kalenderjahr anpassen sondern abhängig vom Datum des Vertragsschlusses machen. Auf diese Weise hoffen sie, den auf diesen Stichtag abgestimmten aggressiven Werbekampagnen der Direktversicherer zumindest teilweise auszuweichen.
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