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Wirtschaft

Probleme bei Sicherheitschecks von Kreditkarten in Spanien

In jüngster Zeit hat Spanien in finanzieller Hinsicht für eine Vielzahl negativer Schlagzeilen gesorgt: Nach dem Platzen der dortigen Immobilienblase steuert das Land, womöglich sogar geplant, auf den Staatsbankrott zu. Zu allem Überfluss scheint es nun auch noch gravierende Mängel bei der Sicherheit von Daten zu geben, die dort im Zusammenhang mit Kreditkartentransaktionen gespeichert worden sind.

Datenschützer und verschiedene Organisationen, die sich für allgemeine Bürgerrechte einsetzen, sind seit geraumer Zeit besorgt darüber, wer Zugriff auf die Daten der Menschen hat, die irgendwo gespeichert werden, wenn die Menschen ihre Einkäufe mit einer Kreditkarte tätigen oder an Geldautomaten Bargeld abheben. Da die Daten zentral gespeichert werden, ist es theoretisch möglich, ein beinahe lückenloses Bild einer Person anhand ihrer finanziellen Aktivitäten zu erstellen. Der gläserne Bürger ist bereits Realität und niemand weiß, wer eigentlich Zugriff aus die sensiblen Daten hat.

Eine dunkle Vorahnung gibt die freiwillige Überlassung verschiedener Daten europäischer Bürger durch unsere Regierungen an die im Anti-Terror-Kampf immer hysterischer agierenden USA. Niemand weiß, welche Rückschlüsse dort auf die Personen, die überprüft werden, gezogen werden und welche Daten an welche Institutionen weitergeleitet werden. Da Spanien in der Vergangenheit stets bemüht war, den Vereinigten Staaten ein vorauseilend treuer Bündnispartner zu sein, ist speziell im Zusammenhang mit den Anschlägen von Madrid, die das Land zum Leidensgenossen der USA gemacht haben, nicht einmal auszuschließen, dass es sich bei den Pannen nicht um Pannen sondern um eine geplante nicht legitimierte Weitergabe von Daten gehandelt hat. Zumindest erscheint es als seltsam, dass eine in anderen Ländern funktionierende Technik ausgerechnet in einem einzigen Land so eklatant versagt haben soll.

Die Weitergabe privater Daten an den Meistbietenden kann indes ungeahnte Folgen haben: So könnten Krankenkassen Mitgliedern die Beiträge erhöhen, da auf den Daten der Einkaufslisten häufig Zigaretten oder alkoholische Getränke auftauchen. Selbst Firmen und Banken könnten aus der Tatsache, dass jemand seine Einkäufe bei einem Discounter vornimmt, Rückschlüsse auf die finanzielle Lage und Glaubwürdigkeit der Person ziehen.

Es ist zu befürchten, dass wir alle unbemerkt in einer gar nicht so fernen Zukunft von einer weltweiten Rating-Agentur bewertet werden sollen, die uns nach nicht durchschaubaren Kriterien in gute und schlechte, nützliche oder unnütze, brauchbare oder unbrauchbare Menschen einteilt.

Hoffentlich ist Spanien nur ein Einzelfall und nicht ein besonders ungeschickter Teilnehmer an einem Spiel, das schon längst im Gange ist.

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